Pfingstag-Verlag

Pfingstag-Verlag

Der Drache im Fels

Titelbild der zweiten Auflage "Der Drache im Fels" - Design: Marco Schmidt

Die Geschwister Tom und Julia suchen mit ihrem tierischen Freund Sergant Pepper nach der Hütte im alten Steinbruch. Sie lernen den geheimnisvollen Bruno kennen und machen eine große Entdeckung...

Eine spannende Geschichte für Kinder ab zehn Jahren und alle Erwachsenen, die Abenteuer lieben. Dieses Buch macht neugierig auf den biblischen Glauben und die christliche Ethik.

Der Autor Steffen Pfingstag ist verheiratet, Vater zweier Söhne und einer Tochter, Diakon und einer der Leiter der evangelischen Akzente-Gemeinde Sulzbach/Murr. Er erzählt gerne Geschichten über den Glauben an Jesus Christus.

Leseprobe

...

„Das ist gefährlich!“, Julias Stimme überschlug sich etwas.
„Locker bleiben! Das klappt! Du bist doch sonst nicht so verschrocken!“, zuversichtlich kletterte Tom weiter.
Julia verließ das Wasser und schaute ihrem Bruder besorgt zu.
Sie wusste, dass sie ihn nicht mehr umstimmen konnte und nun hoffte sie, dass alles gut gehen würde. „Dickschädel!“, brummte sie wütend und ängstlich zugleich.
Auch Sergeant Pepper ahnte die Gefahr. Zitternd vor Aufregung lag er neben Julia, sah gespannt zur Felswand hinüber und winselte leise vor sich hin.
„Was die bloß hat?!“, sicher setzte Tom einen Fuß vor den anderen.
Glücklicherweise hatte er eine dicke Hornhaut an den Sohlen, er war es gewohnt im Sommer ohne Schuhe unterwegs zu sein. Außerdem machte ihm Klettern ungeheuren Spaß, und die paar Meter zum Felsvorsprung waren ein Klacks.
Doch leider hatte Tom nicht mit der Brüchigkeit des Gesteins gerechnet.
Der Kalkstein war sehr verwittert und bröckelig. Und so kam, was kommen musste. Kurz bevor er den Felsvorsprung erreichte, gab unter seinem Standbein der Fels nach. Ein dicker Brocken brach aus der Wand und polterte hinunter. Platschend fiel er in den See.
„Neiiiin!“, geschockt schrie Julia auf und starrte mit blassem Gesicht hinüber zur Felswand.
Tom hing baumelnd im Fels und versuchte strampelnd, mit seinen Füßen Halt zu bekommen. Er hatte sich bei dieser Aktion das Knie aufgeschlagen und krallte sich mit beiden Händen im Gestein fest. Schließlich gelang es ihm wieder einen Halt zu finden, und er stemmte sich hoch auf den Felsvorsprung.
„Uff, das war knapp!“, schnaufte er und zitterte am ganzen Körper.
Tom brauchte einen Moment, bis er wieder zu Atem gekommen war und sich beruhigt hatte. Er betrachtete sein aufgeschürftes Knie. Es brannte unangenehm. Sein Mut war aufgebraucht.
Mit einem mulmigen Gefühl blickte er hinunter aufs Wasser: „Ganz schön hoch ... Mist!“, stöhnte er und versuchte die Fassung zu bewahren. Auf dem Felsvorsprung war er sicher, aber der Gedanke, über das brüchige Gestein wieder abzusteigen, verursachte ihm Übelkeit.
„Alles klar?“, rief seine Schwester zu ihm herüber.
„So lala!“, rief Tom zurück und legte sich auf den Rücken, um durch die Ruhe zu neuen Kräften zu kommen.
„Soll ich Hilfe holen?“
„Nee, es ist alles okay!“ Dumme Kommentare von Fremden wären das Letzte gewesen, was Tom in dieser Situation hätte brauchen können. „Ich komm schon klar!“
Nach einer Weile ließ der Schock nach, und er wurde etwas entspannter.
Ein wenig von seinem Mut kehrte zurück, und seine Zuversicht wuchs wieder. Tom stand auf und schaute erneut auf das Wasser. Tief genug war es ja ... So fasste er sich schließlich ein Herz, nahm drei Schritte Anlauf, hielt sich die Nase zu und sprang von der Felskante.
Julia hielt den Atem an und pfiff erleichtert durch die Zähne, als sie Tom wohlbehalten auftauchen sah. Ihre Augen füllten sich mit Tränen.
„Du Idiot!“, schrie sie weinend ihren Bruder an, als er ans Ufer trat. Zornig schubste sie ihn zurück ins Wasser und lief schluchzend ein paar Meter am See entlang. Dort setzte sie sich mit dem Rücken zu Tom auf einen Stein. Sie wollte ihn nicht sehen. Auch der Sergeant strafte Tom mit Missachtung und gesellte sich demonstrativ zu Julia.Der Drache im Fels - Drachenschädel
„Ja, ja, ist schon gut, ich habe Murks gebaut“, brummte Tom und setzte sich ebenfalls auf einen Stein am Ufer des Sees.
So saßen die Geschwister schweigend und hingen ihren Gedanken nach. Tom warf Steine ins Wasser, begutachtete ab und zu sein Knie und wartete auf ein Versöhnungszeichen seiner Schwester.
Julia dagegen versuchte, mit ihren Gefühlen klarzukommen. In ihr tobten Wut, Angst und Enttäuschung. Sie hätte ihren Bruder pausenlos ohrfeigen können, diesen dickschädeligen Leichtfuß!
Mit der Zeit beruhigte sie sich. Erleichterung, dass nichts passiert war, breitete sich in ihr mehr und mehr aus. Nun konnte Julia auch wieder etwas von ihrer Umgebung wahrnehmen.
Während sie bisher auf den Felsen vor sich gestarrt hatte, hob sie nun den Blick und begann die schroffe Felslandschaft des Steinbruchs zu betrachten. Manche Steine schienen ein Gesicht zu haben. Teilweise konnte sie ganze Figuren entdecken und machte sich ein Spiel daraus diese zu suchen. Vor Julias innerem Auge kam plötzlich Leben in die Wände des Steinbruchs.
Menschen und Tiere bewegten sich dort. Steinböcke sprangen von Fels zu Fels, und kleine Kobolde trieben ihren Schabernack. Ein ganz eigener Kosmos tat sich in ihrer Phantasie auf. Die gesamte Wirklichkeit trat in den Hintergrund, und die lebendigen Wesen aus Stein erfüllten Julias Herz. Sie ließ ihren Blick über den Steinbruch schweifen, immer auf der Suche nach einer neuen Gestalt, die eine neue Geschichte zu erzählen wusste. Doch plötzlich starrten sie zwei dunkle, tote Augen an.
Julia gefror das Blut in den Adern. Schlagartig purzelte sie aus ihrer Phantasiewelt. Sie schüttelte sich und schaute wieder in die Richtung, wo sie die leblosen Augen entdeckt hatte.

...

Bestellung

Falls ihr an dem Buch Gefallen gefunden habt, so bestellt es doch einfach direkt bei mir zu einem Preis von 10,90€ zzgl. Versandkosten oder geht in einen Buchhandel in eurer Nähe und bestellt es euch dort unter der ISBN: 3-000-24444-5Der Drache im Fels ist im Vertrieb der ChrisMedia GmbH.

nach oben